24. April 2016

Endodontie: Was ist das?

Endodontie

Die Endodontie ist ein spezieller Fachbereich der Zahnheilkunde, der sich mit der Lehre und den Therapien des Zahninneren befasst. Dabei handelt es sich um die zarten Weichteile der Pulpa, die aus Lymph- und Blutgefäßen, dem Bindegewebe und sehr empfindlichen Nervenfasern besteht. Zahnschmelz und Zahnbein haben die Aufgabe, der sensiblen Pulpa einen natürlichen Schutz vor Bakterien zu gewähren. Treten Karies- oder Paradontitiserkrankungen auf, wird dieser Schutzmechanismus unterbrochen. Infektiöse Bakterien gelangen so in die Pulpa und verursachen Entzündungen, die sich dem Patienten durch starke Schmerzen bemerkbar machen. Eine Wurzelkanalbehandlung, die ein Teilgebiet der Endodontie darstellt, ist nun unumgänglich, um den kranken Zahn zu retten und den Patienten von seinen Schmerzen zu befreien.

Was genau geschieht durch Endodontie?

Eine Wurzelkanalbehandlung erfolgt in mehreren Abschnitten unter Lokalanästhesie. Sie erfordert äußerste Präzision und genaue Einblicke in das Krankheitsfeld. Viele Zahnärzte haben sich auf endodontische Behandlungen spezialisiert und arbeiten mit hochmodernen Spezialmikroskopen, die sehr viel genauere Lokalisierungen ermöglichen als radiologische Aufnahmen.

Um an den Entzündungsherd heranzukommen, wird zunächst der erkrankte Zahn aufgebohrt. Nach mikroskopischer Erfassung der Wurzellänge erfolgt eine mechanische Reinigung mit speziellen Exstirpationsnadeln und einem Ausfeilen des Wurzelkanalsystems. Schließlich kommen Desinfektionslösungen zum Einsatz, die die Wurzelkanäle von Bakterien und infizierten Geweberesten befreien. Bei Bedarf wird der Desinfektionsprozess zusätzlich medikamentös über mehrere Tage verstärkt, bevor mit der Füllung und Schließung der Wurzelkanäle begonnen werden kann. Zur Füllung und Versiegelung der Hohlräume werden in der Regel biokompatible Materialien genutzt, die ein Eindringen von Bakterien verhindern. Hier sind aber auch thermische Füllungstechniken denkbar, die mit Hilfe erwärmter Guttaperchastifte in die Wurzelkanäle zur Verflüssigung eingebracht werden.

Wenn die Behandlung nicht anschlägt

Im Allgemeinen bringt die Endodontie sehr gute Erfolgsaussichten mit sich. Dennoch kann vereinzelt eine Wiederholung der Behandlungen erforderlich werden. Nur wenn z.B. auch die zweite Wurzelbehandlung keine Heilung aufweist, wird der Zahnarzt zu einer chirurgischen Wurzelspitzenresektion raten, bei der operativ eine Kürzung der Wurzelspitze vorgenommen wird.

Gründe, die für eine Wurzelspitzenresektion sprechen

Zunehmender Knochenabbau trotz wiederholter Therapie könnte eine Wurzelspitzenresektion rechtfertigen. Auch wenn die Beschwerden beim Patienten trotz Revisionstherapie nicht nachlassen, wird dringend eine erneute Vorsprache beim Zahnarzt empfohlen. Nur er kann die Ursache klären und unter Umständen zu weiteren Behandlungsmethoden raten. Schließlich hat auch er ganz im Sinne seiner Patienten stets die Rettung bedrohter Zähne im Fokus seiner Vorgehensweisen.

ÜberPeter Filip

Peter Filip ist Geschäftsführer von testsiegertarife Service GmbH und hat den absoluten Überblick in dem Tarifdschungel der Zahnzusatzversicherungen. In diesem Blog gibt er sein Know-how gerne weiter.

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